Nachbarschaftshilfe – nur Einbahnstraße?

Nachbarschaftshilfe – nur Einbahnstraße?

Über eine erfreuliche Entwicklung in vielen Regionen unseres Landes konnte ja auch schon im letzten Blog ‚Pflegegipfel‘ berichtet werden: Die Angebote für „Nachbarschaftshilfe“ nehmen zu. Nicht nur von der Zahl her, sondern auch von der Vielfalt der Angebote.

Immer nur Einbahnstraße?

Etliche von uns, die regelmäßig auf die Hilfe Dritter angewiesen sind, haben da oft auch einige Schwierigkeiten. Vor allem dann, wenn sie auf Angebote außerhalb der Familie oder engen Freunde zugreifen müssen:

Geht auch mal aktiv oder immer nur passiv?
Könnte ich auch etwas geben statt nehmen?
Anbieten oder suchen?

Viele von uns aus dem Bereich behindert-krank-alt drückt es ja schon sehr oft, dass man einfach nicht mehr so kann, wie man möchte. Auch wenn der Spruch „Herr Kann-Nicht wohnt gleich neben Herrn Will-Nicht durchaus eine gewisse Berechtigung haben kann. Aber dennoch …

Wege suchen – Wege finden

Fangen wir doch einmal bei unseren individuellen Noch-Möglichkeiten an:

  • Außer Haus ist schwierig oder unmöglich?
    Okay! Aber mit Hilfe oder Begleitperson?
    Dann wären vielleicht ein gemeinsamer  Konzertbesuch, eine kleine Zugfahrt o.ä. mögliche Angebote. Kannst du dir solche Einladungen leisten? Oder dann vielleicht ein Geschenkwunsch für Geburtstag, Weihnachten, …
    Beim Merkmal B im Schwerbehindertenausweis eröffnen sich noch weitere  Möglichkeiten.
    Auto fast nur noch in der Garage? Wenn das gute Stück jemand mitnutzen dürfte und dafür einmal, zweimal in der Woche eine gemeinsame Einkaufsfahrt mit Geh- und Tragehilfe vereinbart wird?
  • Was geht noch in den eigenen vier Wänden?
    Telefon? + Internet? + Kochen? + Basteln? + Reparieren? + Nachhilfe? + Beaufsichtigen eines Kindes / Hundes / … + Pflanzen versorgen im Urlaub / …

Kürzlich bin ich auf eine Suchanzeige gestoßen, in der jemand Unterstützung für Verkäufe nicht mehr benötigter Dinge über ebay&co gesucht hat. Die Anzeige war in A-reuth geschaltet, aber wohl von der Tochter aus der 400 km entfernten B-stadt.

Mach dich auf die Suche! Mach dein Angebot!

Blicke über den Zaun können dabei helfen:

Ein Blick nach Erlangen

Ein Blick nach Düsseldorf

Ein Blick in die Schweiz


Der Weg zum Buch

Noch Schäfchen zählen … oder schon SchLäfchen?

Noch Schäfchen zählen?

… oder war es doch schon ein Schläfchen?

Leicht-, Traum- oder Tiefschlaf? Meist lautet die morgendliche Schnellabfrage: Gut geschlafen? schlecht geschlafen? oder halt so …

Der Hochsommer heizt nicht nur die Schlafräume auf, sondern auch die Diskussionen über die gesamte Schlafproblematik. Hitze, schwitze, kaum dunkel gleich wieder hell, Gezwitscher, Gewitter und Vollmond als Volltreffer dazu.

Schlaf ist Leben

Da führt kein Weg daran vorbei. Vor allem kranke, behinderte und geschwächte Menschen können unter Schlafproblemen schwer leiden und in lebensbedrohliche Lagen kommen.   Wenn es für dich ein Dauerproblem ist und nicht nur ein ‚Sommermärchen‘, dann hast du auch schon vieles ausprobiert von Ritualen bis hin zu Medikamenten. Wenn etwas hilft und weder dir noch Dritten schadet – gut. Ist es das Gebet, ein ausgeklügelter Speiseplan, die warme Milch mit Honig, der entspannende Rückblick auf ein noch so klitzekleines positives Erlebnis oder Ergebnis an diesem Tag? Pflege es!

Tagesablauf in kleinen Portionen?

Die alte „8 + 16 = 24 Stunden“ Regel passt jetzt einfach nicht mehr. 8 Stunden Schlaf am Stück? Wenn da nicht auf einmal die Blase …  16 Stunden  voll da?  Auch undenkbar. Und so wird Schritt für Schritt aus der durchgehenden nächtlichen 8 ein 2 + 3 + 2. Und aus der bisherigen 16 ein 5 + … + 4 + 3 + …

Und irgendwo schlüpfen dann untertags die kleineren Schlafportionen hinein. Entweder holen Körper oder Geist sich diese wichtigen Phasen – oder du planst diese ein. Wäre vernünftig. Du kennst deine tagesaktuellen Belastungen und deren Auswirkungen. Auch eine gute Form von Gesundheitsvorsorge.

Und wenn schon heiße Sommertage, dann gleich richtig südlich. War doch toll im Urlaub. Damals. Italien, Spanien …  Früher, kühler Start. Lange Siesta in der glühenden Mittagszeit – und abends nie vor 21 oder 22 Uhr. Nein, nicht heimgehen, sondern fortgehen. Vorbei? Vielleicht nicht ganz.

Wie auch immer: Geh auch dieses Problem aktiv an. Du kannst es lösen und findest deinen Weg. Vielleicht helfen dabei die nachfolgenden Links:

Tipps rund um guten Schlaf

Expertentipps der WELT


Der Weg zum Buch

Holzauge sei wachsam … Videokamera bringt neue Sicht!

… Holzauge & Videokamera?

Passt das zusammen?
Beispiele: Letzte Woche: Alte Dame lebt drei Häuser weiter im 1. Stock. Betreuung, Besuche, nachschauen, … ganz schön stressig! Baby von Freunden schläft im Haus, Eltern sitzen im Garten. Schläft er noch? Schau mal nach! Schon wieder ich?
Und dein Alltag: Pflegebett, Rollstuhl, eingeschränkte Mobilität? Zimmer nach hinten? Blick auf die Straße vorn?

Lösung Videokamera?

Klang verlockend: „Verpassen Sie keinen Augenblick mit der 345° Schwenk- und 90° Neigungs-Kamera. Mit der Fähigkeit, die Kamera von überall aus zu steuern, behalten Sie immer die Übersicht…

Zugriff auf die Kamera von überall aus (mittels Smartphone aus oder per PC)
Sobald die Kamera mit Ihrem WLAN verbunden ist, können Sie von überall in der Welt aus auf sie zugreifen.
Gegensprechfunktion
Mit der Kamera können Sie nicht nur sehen, sondern auch hören – und sogar gehört werden! Einfach auf das Mikrofon-/Lautsprecher-Symbol drücken, schon ist die Audio-Verbindung hergestellt. Geeignet für kleine Betriebe oder den Hausgebrauch, als Sicherheitskamera, Haustürmonitor oder Babyüberwachung, oder für uns?

TESTEN?!
Nach einem „Probieren geht über studieren“:
Kann ich nur empfehlen.
Meine Kamera hat ca. 60 € gekostet.
Die Installation: Nichts für Anfänger, eher für Fortgeschrittene. Oder man bucht einen Profi. Da helfen auch gute Fachmärkte weiter.
Allerdings braucht es einen Zugang zum Router daheim. Diese Dinger heißen FritzBox, Speedport, Archer, DLink o.ä.  Über deinen Router müssen die entsprechenden Anmeldungen, Einstellungen, Freigaben usw. vorgenommen werden.
Aber keine Sorge: Der Laie staunt, der Fachmann lächelt.
Meine Tipps aus den relativ kurzen Erfahrungen:

  • Ein Budget bis 100 € sollte ausreichend sein.
  • Nimm eine Kamera die sich schnell von einem Zimmer ins andere tragen und hinstellen lässt. Meist ist aber auch ausreichend Zubehör zur stationären Befestigung dabei.
  • Ziel erreicht: Stromstecker raus und am neuen Platz (mit WLAN!) die Videokamera aufstellen, Stromstecker wieder rein und läuft.

Sogar meine schärfsten In-Haus-Kritiker staunen. Schon mal ein guter Start!

Schau dich einfach mal um oder lass dich im Geschäft beraten:

http://www.ip-kamera-test.de/


Und hier zum passenden Buch

Heile, heile, Segen – oder besser Kompensation?

Heile, heile, Segen…


…  es wird schon wieder gut …
Diesen alten Kinderreim reihe ich heute für den Kreis der Menschen mit Behinderung, Altersbeschwerden und ähnlichen Dauerschäden unter den TOP 10 der blöden Sprüche ein.
Er wird meist nicht in dieser kindlichen Fassung eingesetzt, aber dennoch …

Kompensation?!

Sehr viel hilfreicher wären dagegen oft Tipps und der Austausch von Erfahrungen über Kompensationsmöglichkeiten. Dabei geht es auch nicht allein um die ‚intern‘ ohnehin schon alltäglich ablaufende Kompensation. Blende doch einfach einmal zurück. Wie lief das früher so ab zwischen den Körperhälften, Gelenken, Organen, Muskeln, Sinnesorganen, Gedächtnisleistungen? Und die Psyche hängt auch noch mit drin.

„X. + Behinderung/Handicap“ oder „behinderte X.?“

Das ist beileibe kein Wortspiel sondern ein zentraler Denkansatz, mit dem ich vor Jahren durch autistische Menschen konfontiert worden bin. Es lohnt sich für jeden – ob Betroffene/r,  Betreuende/r oder Begleitende/r – diesen Gedanken vor dem ganz individuellen Hintergrund zu vertiefen. Vorbeugend oder spätestens beim nächsten ‚Hallo – und jetzt?‘

Kompensation heute?

Durchzieht den Alltag: Es gibt Kleidung, die sich ohne Hilfe nicht mehr anziehen lässt – also besser Austausch. Lokale, deren Toilette nur über ein ‚Kletterstiege‘ erreichbar ist – künftig andere Wahl. Gruppeneinladungen, die nach spätestens 30 Minuten zur Strapaze werden – liebe Kontakte lassen sich anders ebenso pflegen.

Denkanstöße gefällig?

http://aus-meiner-feder.at/alltag/kompensation.php

 Das wäre schon einmal ein Link, aus dem sich so manches ableiten ließe. Aber auch die zahlreichen Internetportale für Behinderte, chronisch Kranke oder Senioren sind wahre Fundgruben. Einfach einmal über den Zaun blicken – und abschauen, anpassen und den Alltag verbessern.

Wobei die meisten Beschreibungen dort klarer sind als  >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

HOOPS:

Der federleichte Song besteht aus modernen Deep House-Sounds, gemischt mit aktuellen Gitarren-Pop-Sounds und erscheint jetzt als Online-Release in allen Portalen.


Gut geplant = sicher unterwegs

Ausflug oder Reise
  • alles gut geplant?
    Fangen wir gleich mal mit einem Link an, der kürzlich in der Presse thematisiert worden war. Bitte also nicht verwundert sein. Aber du bist damit mitten in einem der ganz großen Probleme unterwegs:

Euro-WC Schlüssel

Wer hätte das gedacht! Aber hier ist gleich ein Thema getroffen, das blitzschnell zum quälenden Problem werden kann. Kleine Autofahrt. Langer Autostau. Und schon kommen Signale, die immer drängender werden. Wohin so schnell? Männer hatten es da einmal leichter als Frauen. Aber selbst die Zeiten sind vorbei. Nothilfe? Notmaßnahmen? Am besten ist es, solche Szenarien vorher einmal durchzuspielen – oder gar zu üben.

Aber es gibt daneben für dich oder deine Reisebegleiter noch sehr viele andere Probleme, die unerwartet auftauchen können. Planungsstufen und Überlegungen in viele Richtungen findest du natürlich auch im Ratgeber ‚Leben in kleinen Portionen‘ .

Aber wenn du nun schon weißt, wohin die Reise gehen soll, ist vielleicht eine offene Kommunikation mit den Gastgebern eine letzte gute Möglichkeit: Du musst deine Einschränkungen und daraus resultierenden Wünsche darlegen:
Lage des Zimmers, geeignetes Bett, bequeme Stühle, Mobiler Hilfsdienst oder Pflegedienst?

Noch in der Überlegungsphase, ob überhaupt?
Dann wäre die Kontaktaufnahme mit einem Reisebüro – aus eigener guter Erfahrung – durchaus zu empfehlen. Ein wichtiger Punkt sollte dabei auch eine Reiserücktrittsversicherung sein. Sicher ist sicher. Vor allem in schwierigen Lebenslagen.

Und nachfolgend einige Links, die schon bei einer ersten Vorabinformation dienlich sein können:

reisen für behinderte senioren

urlaub für behinderte menschen

reisen für behinderte menschen mit betreuung

behinderten reisen kreuzfahrten

reisen für geistig behinderte menschen

reisen mit handicap

reisen mit behindertenausweis

runa-reisen für rollstuhlfahrer


Ach ja: Das Problem vom Anfang lässt sich auch in der Apotheke oder Drogerie besprechen:

Reisetoilette – MiniUrinal – Notfall-WC – WegwerfUrinal – Urinbeutel – Roadbag – Superbag – Ladybag … Variationen ohne Ende für Frau, Mann, Kind, unisex …

Hauptsache: Ende gut – Ausflug gut!

RECHT ja. Aber möglichst ohne Streit!

Wenn du auch hin und wieder Informationen im Internet mit seinen Portalen zu Behinderung, Krankheit, Alter suchst, fällt dir vielleicht dieses auf: Viele Menschen sind verzweifelt oder zumindest verärgert. Oft geht es dabei um die Anerkennung von Ansprüchen oder Erleichterungen im Zusammenhang mit Krankheit, Behinderung und den daraus oft resultierenden weiteren Notlagen.

Empfehlenswert dürfte z.B. die Homepage der Stiftung MYHANDICAP sein:

https://www.myhandicap.de/community/forum/

Dabei geht es selten um die ganz großen Fragen unseres Jahrhunderts, sondern vielmehr um Probleme, welche das ohnehin schon sehr beschwerte Leben zusätzlich belasten.

Recht ohne Streit?

Ginge öfter als gedacht. Denn diese Zusatzlast könnte ziemlich leicht vermieden werden . Beispielsweise durch die Sachbearbeiterin beim Versorgungsamt oder dem Sachbearbeiter bei der Krankenkasse, Gemeindeverwaltung, oder … .

Vorgaben und Spielraum

Diese ‚Entscheider‘ haben selbstverständlich Vorgaben, enge Rahmen, wenig Spielraum. Aber Spielraum ist da. Und dieser kann genutzt werden. Richtung kleinlich und Richtung großzügig. Kleinlich trifft den Antragsteller. Großzügig ruft vielleicht den Vorgesetzten auf den Plan. Kleinlich führt unter Umständen zum Widerspruch – eine Etage höher in der Verwaltungshierarchie. Aber meistens im gleichen Haus. Erfolgsaussichten Widerspruch: 0. Ohne Komma dahinter. Aber dieser Schritt muss sein, um auf den Klageweg einbiegen zu können. Nun sind meist schon die meisten Anträge abgeschüttelt. Denn Klage heißt Plage. Oft auch Kosten. Und dazu die Lebensweisheit von hoher See und vor GerichtKlarer Vorteil jetzt für Mitglieder in einschlägigen Verbänden mit Rechtsberatung. Schon einmal überlegt, wer oder was im Falle des Falles dir hilfreich sein könnte?
Und die Sozialgerichte stöhnen unter der Überlast. Ihre ‚Kunden‘ unter Wartezeiten Richtung unendlich. Dabei könnte Hilfe am schnellsten von unten kommen: Von den ‚Entscheidern‘. Und oft wäre ein Gespräch auch hilfreich. Hilfreich für den Hilfesuchenden und hilfreich gegen Überlast bei Behörden und Gerichten.

Ein Blick auf die Homepage der Sozialgerichtsbarkeit:

http://www.lto.de/gerichte/aktuelle-urteile-und-adresse/bundessozialgericht-bsg/

4 + 5 oder doch 4 x 5? Die Kumulation von Belastungen

Treffen mit Bekannten? Immer gerne! Aber wie sind die Rahmenbedingungen? Anfahrt, Verkehrslage, Auto oder doch Bus und Bahn? Zeitrahmen? Wer kommt noch? Alles klar – oder doch noch viele Unwägbarkeiten?

Mehrere Belastungen führen zur Beanspruchung voneinander unabhängiger Organsysteme und sind letztendlich eine Belas­tung für das Zentralnervensystem. Rasch kann es dabei zu einer Beanspruchungskumulation kommen. Das Zentralnervensystem hat dagegen eine Schutzfunktion. Es schützt seine Sinnesorgane vor einer Reizüberflutung durch Reduktion der Daten. Gleichbleibende Reize spielen dabei fast keine Rolle. Das Gehirn konzentriert sich jetzt sich auf veränderliche Reize. Also: blinkende Banner, schrille Musik, viele Personen mit schnell wechselnden Unterhaltungen beanspruchen stark.

Und eine solche Kumulation kannst auch du ganz schnell in vielen Alltagssituationen erleben:
Restaurant, voll, eng, laut, Kindergeschrei, lauter Nachbartisch, Rufe von hinten, darf ich bitte, könnten sie schnell, einen Moment, Telefonklingeln, … . Oder Einstieg in die volle U-Bahn, Straßenbahn, … . Ich spüre solche Beanspruchungen bis heute sofort, verkante bei meinen Bewegungen, wirke wie ein­gefroren. So etwas erinnert dich vielleicht, falls schon mitgemacht, an die Photostimulati­on während eines EEG, wenn das Gehirn mit hel­lem Flackerlicht vorsätzlich gereizt wird. Nur dort geschieht es unter ärztlicher Aufsicht mit sofortiger Interventionsmöglichkeit im Notfall.

Auf dem Angst+Panik-Forum im Internet ist dazu zu lesen: „Meine Ärztin erklärte mir das so: Das Bild das wir „sehen“ entsteht durch Verrechnung des auf dem Kopf stehenden Bildes beider Augen + Aussagen des Gleichgewichtsorgans + Tastsinn + Nervenrezeptoren der Nackenmuskeln/Kopfgelen­ke. Diese Verrechnung braucht gute „Prozessor­leistung“. Ist das Hirn durch Angst/Stress etc. blo­ckiert so rechnet das Hirn eben zu langsam. Klingt für mich logisch.“ http://www.psychic.de/forum/

Nun kann die ‚Prozessorleistung‘ aber durch viele individuelle Gegebenheiten oder temporäre Einflüsse beeiflusst werden. Und das nach oben wie auch nach unten. Du musst dieses Einmaleins für deinen Alltag selbst lösen.

Daraus könnte dein PIX werden: Dein persönlicher Lebens-Index. Zusammengesetzt aus vielen Faktoren, Parametern – und nie statisch. Immer dynamisch wie der berühmte DAX, der Aktienindex. Bei deinem PIX bist du der Anleger und Großinvestor: Mehr Aktivität, mehr Ruhe, mehr Sport, kein Alkohol, andere Medikamente, andere Freizeitgestaltung, …

Wir bleiben zusammen. Alles klar?

Internet – Flop? Top!

Regelmäßig erscheint bei mir auf dem Bildschirm der kostenfreie Newsletter von Silver Tipps – sicher online! Ein Projekt der Initiative Medienintelligenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zu finden im Internet unter http://www.silver-tipps.de/

Dieses Portal richtet sich an die Gruppe der ‚Silver-Surfer‘. Graue, weiße Haare und so. Aber durchaus für jedes Alter empfehlenswert. Vor allem was Sicherheitsfragen im Internet angeht, neue Programme und Apps, die sich leicht bedienen lassen usw. Am besten hilft ein Blick auf die Seiten. Und für mich ist es auch die Empfehlung, wenn sich jemand Richtung Internet bewegt und andere aus der Familie oder Nachbarschaft bei diesem Schritt hilft.

Jetzt wird es aber Zeit!

Das sage ich oft, wenn sich beim Thema Internet schnell die Geister scheiden. Junge Menschen ab 20 oder 30 Jahren kennen ein Leben ohne Internet vermutlich gar nicht mehr. Viele Senioren halten es dagegen weiterhin für obsolet und überflüssig. So wie ihre Eltern oder Großeltern damals das Fernsehen.
Ich will mich gerne dazu bekennen, dass ich tech­nischen Neuerungen stets aufgeschlossen war. Der Computer ist mir frühzeitig ein hilfreiches Arbeitsmittel geworden. Hilfreich als Ersatz für die Schreibmaschine einschließlich Tipp-Ex oder Korrekturband. Und besonders bei der Erstellung von Ta­bellen, Adressverzeichnissen, Textvorlagen u.a.m.. Und dann kam der Wechsel an eine Bildungsein­richtung, an der die Schülerinnen und Schüler oft wochenlang weitgehend isoliert in ihren Kranken­zimmern lagen.
Und auf einmal gab es zunächst Disketten und runde silberne Schei­ben, auf denen so ziemlich alles zu finden war: Kunst und Geschichte, Sprachen und Geographie, Mathematik und Naturwissenschaften. Und das in bekömmlichen Portionen. Leicht zu trans­portieren, kein Lagerplatz, hoch aktuell, mit Bild, Ton und sogar Video, …
Und mittlerweile: Laptop, Tablet, Smartphone. Kaum ein Krankenhaus, REHA- oder Seniorenzentrum ohne Internetzugang über Kabel (LAN) oder kabellos (WLAN) für Patientin­nen, Bewohnerinnen und die Besucherinnen. Ich beziehe diese Gruppen ausdrücklich mit ein. Denn auch wenn Internet für jemanden nicht infrage kommt, kann es ja eine tolle Bereicherung sein, wenn jemand auf ei­nem mitgebrachten Gerät zu einer Surftour durch interessante Webseiten einlädt, aktuelle digitale Fotos oder gar einen Film zeigt.

Oder man durchblättert gemeinsam Einkaufsportale und tausend andere Sachen. Manche gewinnen so auch Freude und damit Interesse am Internet. Eine Videokonferenz über Skype oder Facetime mit Freundinnen, Verwandten, Kolleginnen?
Und Trainingsangebote hierfür gibt es jetzt in na­hezu jeder Gemeinde. Ob Volkshochschule, Senio­renamt, öffentliche Bücherei: Die Angebote zu Einführungs- und Schulungsseminaren sowie Workshops werden immer vielfältiger.

Einzelstunden zuhause sind zwar teurer, bringen aber oftmals in kurzer Zeit tolle Er­gebnisse. Ein großer Vorteil: Übung am eigenen Gerät und auch die gesamte Konfiguration mit Drucker, Scanner, In­ternetzugang und weiteren Anschlüssen wird pas­send gemacht. Zusatzbonus: Der Partnerin oder eine andere Wunschperson machen ebenfalls mit und wissen dann Bescheid. Auch hier gilt: Lieber in kleinen Portionen. 45 Minuten Training. Ein, zwei Tage Pause, viel­leicht mit kleinen Übungen zwischendurch.

Nächs­tes Training. Versprochen?

 

Finde die richtige Portion – beim Mitmachen, Dabeisein aber auch an Pause oder Auszeit

Ein Hinweis eines erfahrenen Neuropsychologen hat sich mir eingeprägt und bis heute nichts an Realität verloren, leider: Hören Sie gut auf sich selbst! Und vergessen Sie nicht: Ihr Akku hat nur noch die halbe Leistungsfähigkeit. Und zwar vor­aussichtlich lebenslang! Der Alltags-Akku ist für mich ein Bild geblieben, das sich im täglichen Leben oft an Gebrauchsgegenständen darstellen lässt. Mobiltelefon aufgeladen? Früher hielt das doch fast eine Woche. Bohrmaschine? Nee, ist nicht, muss ich erst wieder aufladen. Mach die Taschenlampe aus, die ist doch gleich wieder leer. Und wie ist es bei uns? Wir hängen nicht an der Steckdose oder können notfalls schnell eine neue Batterie einwerfen. Und Schnellladung geht schon gar nicht. Also müssen wir auf Belastung, Bean­spruchung und ausreichend lange ‚Ladezeiten‘ in Form von Pausen achten. Wir stecken fast im glei­chen Dilemma wie beim Elektroauto: Vor Antritt der Fahrt auf den Akkustand schauen, wo will ich hin, wie weit bringt mich der Ladezustand? Ber­gauf oder bergab? Geht es oder geht es nicht? Und das Dumme bei uns Menschen ist: Wir kön­nen nicht mehr viel umstellen, austauschen oder reparieren. Im Gegenteil: Das zunehmende Alter bedingt mehr Achtsamkeit. Die Zeit lässt sich nicht aufhalten. Gefragt ist unsere Bereitschaft zur An­passung.

Akku macht schnell schlapp

Im Ratgeber ‚Leben in kleinen Portionen‘ werden die Ladezyklen in einfachen Schaubildern dargestellt. Wie es allerdings bei dir ausschaut, das weißt nur du – oder musst es herausfinden. Und vereinbare bei Bedarf mit deinem Nächsten diskrete und gleichzeitig deutliche Wor­te oder Zeichen für den Fall des Falles: Wenn du eine Auszeit nehmen musst, eine Pause brauchst aber genauso, wenn du wieder fit bist und voll dabei sein kannst. Aber du kannst (oder musst sogar!) aus deiner Erfahrung heraus auch vorausschauend planen. Ein Beispiel: Großes Familienfest, 30 Leute von jung bis alt. Kirchgang, Mittagessen im Lokal, Kaffee zuhause, Abendbrot. 9 Stunden am Stück. Laut, eng, … Ohne Pause? Geht nicht. Also Verzicht auf – ja, was? Deine Wahl: später kommen, früher gehen – oder längere Pause zwischendurch. Ich habe auf das Mittagessen verzichtet.

Einsparungen können nötig werden

Wunschlisten …

Die kennen wir alle aus Parlamenten, öffentlichen Gremien und vielleicht aus Verein oder Firma. Und ganz besonders die eigenen. Aus der Familie und von Kindern und Enkelkindern.

Aber musst du in dieser jetzt schwierigen Lebenslage nicht auch intensiver deine privaten Einnah­men und Ausgaben unter den neuen Rahmenbe­dingungen betrachten und anders gewichten? Je enger deine finanziellen Möglichkeiten sind, des­to schwieriger können dabei die Entscheidungen und vor allem Notwendigkeiten werden. Aber gleichzeitig werden sie auch dringend notwendig: Urlaubsreise oder doch eher Kur auf eigene Kosten? Passgerechtes Auto mit Automatik oder öfters mit dem Taxi, wenn Partner nicht fahren kann? Austritt aus dem Tennisverein und dafür regelmäßig jemand zur Hilfe im Haushalt als Entlastung für die Part­ner*in? Selber mal über den eigenen Schatten springen und sich nach staatlichen Unterstützun­gen erkundigen? Warum eigentlich nicht! Wie auch immer: Du wirst erfahren, dass eine schwere Krankheit oder gar eine Behinderung das Haushaltskonto schwer belasten können. Das geht bis hin zu regelmäßigen Zuzahlungen bei ärztlich verordneten Maßnahmen oder stationären Aufenthalten im Notfall. Nach langen Phasen mit einer stabilen Gesundheit ’nicht über Grippe‘ wird jetzt auch oft das Kleingedruckte in den Versicherungsbedingungen der Krankenversicherung deutlich – egal ob gesetzlich oder privat. Die Aus­gabenschwerpunkte im Alltag verschieben sich von heute auf morgen spürbar und unauf­haltsam. Lebenserhaltende Maß­nahmen, Lebensqualität und Lebensfreude rücken auf die vorderen Plätze. Und vielleicht werden auch kräftigere Rückschnitte und Um­verteilungen notwendig. Auflösung von Spargut­haben, Veräu­ßerung von überflüssigen Erb­stücken, Verzicht auf teure Hobbys, ohnehin beschwerliche Festbälle, Konzertreisen …?

Dabei ist es wie oft in der Natur: ‚Alte Triebe‘ werden radikal abgeschnitten und neue wachsen nach.

Sprich mit den davon Betroffenen und triff eine zukunftfähige Entscheidung. Es geht nicht um Abstieg oder Ausstieg, sondern um deine Zukunft.