Was wählst du? Habilitation oder Re-Habilitation?

Was wählst du?
Habilitation oder Re-Habilitation?

Für die Leserschaft dieses Blogs ist Rehabilitation bzw. REHA ein fester Begriff und oft mit persönlichen Erfahrungen gefüllt.
Habilitation ist dagegen etwas aus dem Alltag verschwunden und hat sich auch an Unis rar gemacht. Aber dennoch:

Artikel 26 der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­tion fordert

umfassende Habilitations- und Rehabilitationsdienste und Rehabilitationsprogramme zu organisieren, zu stärken und zu erweitern, insbesondere auf dem Gebiet der Gesundheit, der Beschäftigung, der Bildung und der Sozialdienste. Sicherlich kein Zufall, wenn die UN-Konvention Habilitation vor Rehabilitation setzt.

Bei der Habilitation arbeitet ein Profi, um Fähigkeiten zum ersten Mal einem Einzelnen beizubringen. Sie schafft somit Voraussetzungen für Menschen mit Behinderungen, damit diese ihre Freiheits- und Teilhaberechte auch ausüben können.

Bei der Rehabilitation versucht ein Therapeut  Fähigkeiten, Fertigkeiten, Empfindungen oder Wissen zurückzurufen.

Das Ziel ist jeweils gleich: Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit zu geben, maximale Unabhängigkeit zu bewahren – oder wieder zu erreichen.

Habilitation für den Alltag

So in etwa könnte das Programm lauten, wenn durch Krankheit, Unfall, Alter Fähigkeiten oder Fertigkeiten weg sind, nicht mehr verfügbar. Bei einer Amputation wird die Notwendigkeit einer raschen Kompensation deutlicher als vielleicht beim Verlust des Gleichgewichts, des Hörvermögens, der Muskelkraft, der mentalen Belastbarkeit …

‚Sollte‘ zumindest obenan stehen. Ist aber in dieser reinen Begrifflichkeit nahezu unbekannt. Frage  Google & Co.: Keine therapeutische Praxis, keine Klinik, kein Trainingslager, kein Spezialkurs. Immer ‚drängt‘ die REHA-Schwester nach vorne. Wobei ein ‚RE‘ in frühere Lebensbereiche doch so oft ausgeschlossen bleiben wird.

Habilitation mit Assistenz

wäre da hilfreich und von der UN-Konvention auch gewollt. Viele Bildungseinrichtungen für behinderte Kinder und Jugendliche haben vergleichbare Programme zur Kompetenzgewinnung:

  • Lebenspraxis für den Alltag
  • Kommunikation
  • Sport, Reisen, Freizeit, Hobbies
  • Technische Hilfen
  • Berufliche Eingliederung

Für Erwachsene kann die Suche mühsam werden. Vereine? Volkshochschulen? Einzelstunden? Empfehlungen? Kostenübernahme? Fragen ohne Ende! Und für Erwachsene aus unserem Bereich oftmals unlösbar. Eigentlich schade, sehr schade!

Rund um diese Problematik ein interessanter Artikel:

Menschen mit Behinderung und ihre Kompetenz

 


Aha:  „In der Rehabilitation nach einer Amputation wird der Patient schrittweise an die Rückkehr in die Unabhängigkeit im Alltag herangeführt.“
(Aus dem Prospekt einer REHA-Klinik)